Demo „Wir haben es satt“ 2021

Alle Jahre wieder

18. Januar 2021

… fand am 16.01.2021 in Berlin die jährliche Demo „Wir haben es satt“ statt. Umständehalber virtuell, allerdings mit Hilfe einiger Aktiver vor Ort, welche die virtuell gesammelten Plakate sehr eindrucksvoll vor dem Kanzleramt aufgestellt haben.

Was wollen wir, konventionelle wie Bio-Bauern, durch die Demo erreichen?

Uns geht es um viel!

  • Um den Erhalt unserer Höfe, groß wie klein,
  • um artgerechte, flächengebundene Tierhaltung,
  • um insektenfreundliche Landschaften,
  • um bäuerliche, nachhaltige Landwirtschaft und regionales Lebensmittelhandwerk
  • und um echten, wirksamen Klimaschutz.

Warum eigentlich – könnte sich die eine oder der andere fragen!

Einerseits die Preise: Ein Blick in die Werbung von Aldi, Lidl oder anderen Discountern genügt. Bei Aldi gibt es zum Beispiel ganze Maispoularden für 4,99 Euro. Pro Kilo 3,56 Euro. Dafür wurden die Tiere rund 10 Wochen lang gemästet.
Verdient hat daran Aldi, die Logistik, die Verpackungsindustrie, der Schlachthof. Beim Bauern allerdings sehe ich schwarz; respektive rote Zahlen.

Weitere Beispiele gefällig? Wie wäre es mit Kartoffeln? Bei Netto 2,79 Euro für 10 Kilo, also 28 Cent pro Kilo. Garantiert kein Preis, der die Bauern für ihre Arbeit und das Risiko so entlohnt, dass noch etwas für ökologische Maßnahmen übrigbleibt. Solche Preise sind unethisch, unfair und zutiefst unökologisch.

Andererseits spüren wir Bauern den Klimawandel schon. Es regnet weniger im Sommer, es ist heißer, mehr Gewitter, kurz – auf das Wetter ist zunehmend weniger Verlass. Wir kennen den sehnsüchtigen Blick in den Himmel in der Hoffnung auf Regen. Oder die Angst vor Frost im Frühling weil alles schon früher blüht und ein Frost die Blüten zerstören würde.

Bisher hat all das die Politik noch nicht genügend beeindruckt. Weder die Agrarpolitik noch die Direktzahlungen sind derart, dass diese Auswüchse eliminiert werden und eine flächendeckend ökologischere Landwirtschaft entsteht. Mit positiven Ausnahmen wie der grüne Agrarminister Vogel in Brandenburg.

Zu bedenken ist allerdings, wovon sich die Gesellschaft ernährt, wenn die Bauern nicht mehr da sind, weil die Umwelt keine kostendeckende Produktion mehr zulässt.

PS: Schon heute fehlt der Nachwuchs. Unter diesen Bedingungen kein Wunder.